Mythos 1 von 10
1. Mythos: Die Chinesische Mauer ist vom Weltraum aus sichtbar
Die Große Mauer ist sehr lang, aber schmal: Meist ist sie weniger als 10 Meter breit. Vom Mond aus ist mit bloßem Auge kein menschliches Bauwerk zu erkennen, und selbst aus der niedrigen Erdumlaufbahn hebt sich die Mauer kaum ab.
Lang, aber viel zu schmal
Addiert man alle Abschnitte, die zu verschiedenen Zeiten gebaut wurden, kommt die Mauer auf über 20.000 Kilometer. Das Problem, sie aus der Ferne zu sehen, ist nicht die Länge, sondern die Breite, die einer Straße ähnelt, und die Farbe, die der Erde und den umliegenden Steinen sehr nahekommt.
Der Mond ist etwa 384.000 Kilometer von der Erde entfernt. Aus dieser Entfernung sind Kontinente, Ozeane und Wolken zu sehen, aber kein menschliches Werk. Es wäre, als versuchte man, ein Haar auf mehr als 3 Kilometer Entfernung zu erkennen.
Astronauten im Orbit sind viel näher, nur einige hundert Kilometer entfernt. Dennoch sagte der erste chinesische Astronaut Yang Liwei im Jahr 2003, dass er die Mauer nicht erkennen konnte. Fotos aus der Umlaufbahn mit Teleobjektiven können sie zwar festhalten, mit bloßem Auge ist sie aber nur sehr schwer zu unterscheiden.
Aus dem Weltraum verraten vor allem die Stadtlichter bei Nacht, die großen Anbauflächen und die Stauseen die Anwesenheit des Menschen. Der Mythos um die Mauer ist alt: Er kursierte in Büchern und Zeitschriften, lange bevor überhaupt jemand ins All flog.
Wussten Sie schon? Die Mauer ist keine einzelne Wand. Es handelt sich um mehrere Mauern, Gräben und natürliche Barrieren, die von verschiedenen Dynastien über mehr als 2.000 Jahre gebaut und wieder aufgebaut wurden.
Zu dieser Liste: Es sind 10 weit verbreitete Mythen, einer pro Seite, mit dem, was man tatsächlich über jeden weiß, und einem zusätzlichen Detail im Kasten "Wussten Sie schon?". Die Quellen stehen am Ende der Liste.

