Mythos 3 von 10
3. Mythos: Ein Blitz schlägt nie zweimal an derselben Stelle ein
Doch, und zwar oft. Das Empire State Building in New York wird jährlich etwa 20 bis 25 Mal vom Blitz getroffen. Hohe und freistehende Orte werden immer wieder getroffen, gerade weil sie hoch und freistehend sind.
Der Blitz sucht sich den einfachsten Weg
Ein Blitz ist eine elektrische Entladung zwischen Wolke und Boden und folgt dabei tendenziell dem Weg mit dem geringsten Widerstand. Hochhäuser, Türme, einzeln stehende Bäume und Bergkuppen verkürzen diesen Weg, weshalb sie häufiger getroffen werden.
An der getroffenen Stelle ändert sich nichts, was sie vor dem nächsten Blitz schützt. Bleibt das Gewitter in der Nähe, kann dieselbe Stelle schon Minuten später erneut getroffen werden. Und ein einziger Blitz kann den Boden gleichzeitig an mehreren Punkten berühren.
Deshalb nutzen Gebäude Blitzableiter, Metallstangen, die über Kabel mit dem Erdboden verbunden sind. Sie ziehen Blitze nicht aus der Ferne an, sondern bieten der Entladung einen sicheren Weg in die Erde, ohne durch das Bauwerk zu fließen. Die Christusstatue Cristo Redentor in Rio de Janeiro hat einen Blitzableiter und wird dennoch mehrmals im Jahr getroffen.
Auch der menschliche Rekord widerlegt das Sprichwort. Der amerikanische Forstaufseher Roy Sullivan überlebte zwischen 1942 und 1977 bei verschiedenen Gelegenheiten sieben Blitzeinschläge und stand deshalb im Guinness-Buch der Rekorde.
Wussten Sie schon? Eine praktische Sicherheitsregel: Wenn man den Donner hören kann, ist das Gewitter nah genug, dass ein Blitz einen erreichen kann. Am sichersten ist es, im Gebäude oder in einem geschlossenen Auto zu bleiben.

